Der elfte Artikel des Glaubensbekenntnisses: „Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches“

Die vergessene Wahrheit, die radikal verändern würde, wie wir heute leben

Wir leben in einer Zeit, die vom Körper besessen ist … und zugleich zutiefst über sein wahres Schicksal verwirrt.

Noch nie zuvor wurde so viel über Gesundheit, Ästhetik, Jugend, Bewegung, Chirurgie, Image oder körperliches Vergnügen gesprochen. Der Körper wird vergöttert, ausgebeutet, zur Schau gestellt, verändert und oft erniedrigt. Gleichzeitig ist jedoch eine grundlegende Wahrheit des katholischen Glaubens fast völlig verloren gegangen: Dein Körper ist nicht dazu bestimmt, für immer zu verschwinden.

Das Christentum lehrt nicht einfach nur, dass „die Seele weiterlebt“. Das wäre unvollständig.

Die Kirche verkündet eine weit größere, mächtigere und revolutionärere Wahrheit:

„Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches.“

Nicht nur deine Seele wird vor Gott erscheinen. Auch dein Körper wird wieder leben.

Nicht als Metapher.
Nicht als Symbol.
Nicht als geistige Energie.

Wirklich.

Und diese Wahrheit, die einen wesentlichen Bestandteil des Glaubensbekenntnisses bildet, ist kein nebensächliches Detail. Sie ist eine der erschütterndsten Verkündigungen der gesamten christlichen Offenbarung.


1. Was lehrt der elfte Artikel des Glaubensbekenntnisses?

„Die Auferstehung der Toten.“

Der traditionelle Katechismus drückt es klar aus:

Alle Menschen werden auferstehen, wobei jede Seele denselben Körper wieder annimmt, den sie in diesem Leben hatte.

Das bedeutet, dass dein gegenwärtiger Körper – genau der, mit dem du liebst, sündigst, arbeitest, leidest, betest oder dienst – nicht für immer verlassen wird.

Er wird durch die Macht Gottes wiederhergestellt werden.

Das verändert unsere Sicht auf den Menschen vollkommen

Wir sind keine Seelen, die in Körpern gefangen sind, wie manche heidnischen Philosophen glaubten.

Nein.

Wir sind eine heilige Einheit aus Körper und Seele.

Gott erschuf den Körper.
Gott nahm in der Menschwerdung einen Körper an.
Gott erlöste den Körper am Kreuz.
Und Gott wird auch den Körper in der Ewigkeit verherrlichen oder bestrafen.

Deshalb behandelt das Christentum den Körper mit Ehrfurcht:

  • In der Taufe
  • In der Eucharistie
  • In der Reinheit
  • Im christlichen Begräbnis
  • In der Verehrung von Reliquien

Denn der menschliche Körper ist kein Wegwerfobjekt.

Er ist der Tempel des Heiligen Geistes (1 Kor 6,19).


2. Wie wird die Auferstehung geschehen?

Hier taucht einer der großen modernen Einwände auf:

„Wie kann ein Körper, der verwest, zu Asche geworden oder seit Jahrhunderten verschwunden ist, wieder auferstehen?“

Katholische Antwort:

Durch die Macht des allmächtigen Gottes.

Derselbe Gott, der das Universum aus dem Nichts erschaffen hat, kann jeden Körper vollkommen wiederherstellen.

Derjenige, der Adam aus dem Staub der Erde formte, kann jedes Atom wieder an seinen Platz rufen.

Für Gott ist nichts unmöglich

Die Auferstehung hängt nicht von biologischen Prozessen ab, sondern von der absoluten Macht des Schöpfers.

Der heilige Paulus erklärt es großartig:

„Gesät wird in Verweslichkeit, auferweckt in Unverweslichkeit“ (1 Kor 15,42).

Der begrabene Körper verschwindet nicht als endgültiges Schicksal. Er ist wie ein Samen.

Was heute wie Ruin erscheint, wird morgen Offenbarung sein.


3. Wann wird das geschehen?

Am Ende der Welt.

Wenn Christus in Herrlichkeit wiederkommt, um die Lebenden und die Toten zu richten, werden alle auferstehen.

Dann wird das Jüngste Gericht stattfinden.

Warum genügt das persönliche Gericht nicht?

Weil, obwohl jede Seele nach dem Tod ihr unmittelbares Schicksal empfängt, die göttliche Gerechtigkeit vor der ganzen Schöpfung vollständig offenbar werden muss.

Das Gute und das Böse, das im Körper getan wurde, muss sichtbar werden.

Verborgene Skandale.
Nicht wiedergutgemachte Ungerechtigkeiten.
Gedemütigte Märtyrer.
Geheime Sünden.

Alles wird offenbart werden.

Die Geschichte wird in völliger Wahrheit enden.


4. Warum steht auch der Körper wieder auf?

Weil der Körper an unseren Werken teilgenommen hat.

Mit dem Körper:

  • haben wir geholfen oder verletzt,
  • haben wir angebetet oder gelästert,
  • haben wir gedient oder ausgebeutet,
  • haben wir in Reinheit oder in Sünde gelebt.

Deshalb ist es gerecht, dass auch der Körper an Lohn oder Strafe teilhat.

Eine gewaltige moralische Lehre

Deine Hände sind nicht neutral.
Deine Augen sind nicht neutral.
Deine Zunge ist nicht neutral.
Deine Sexualität ist nicht neutral.

Alles hat ewige Bedeutung.

Der Körper wurde nicht für die Sünde geschaffen, sondern für die Herrlichkeit.


5. Werden alle auf dieselbe Weise auferstehen?

Nein.

Hier ist der Katechismus eindeutig:

Es wird einen gewaltigen Unterschied zwischen den Körpern der Gerechten und den Körpern der Verdammten geben.

Die Auserwählten

Werden in der Ähnlichkeit des verherrlichten Christus auferstehen.

Die Verdammten

Werden ebenfalls auferstehen … aber zur ewigen Schande.

Das sollte uns erschüttern.

Auferstehung ist nicht automatisch ein Segen.

Für manche wird sie Herrlichkeit sein.
Für andere Schrecken.

Wie Daniel 12,2 lehrt:

„Die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.“


6. Die vier Gaben der verherrlichten Körper

Das erhabene Schicksal der Heiligen

Die katholische Tradition, besonders der heilige Thomas von Aquin, lehrt vier herrliche Eigenschaften:


1. Leidensunfähigkeit

Der Körper wird nicht mehr leiden.

Keine Krankheit mehr.
Kein Schmerz mehr.
Kein Krebs mehr.
Keine Müdigkeit mehr.
Kein Hunger mehr.
Kein Tod mehr.

Stell dir das vor.

Alles körperliche Leiden wird für immer vorbei sein.


2. Klarheit

Die Heiligen werden mit übernatürlicher Schönheit leuchten.

Es geht nicht nur um physisches Licht, sondern um den sichtbaren Glanz der Herrlichkeit der Seele.

Christus gab uns in der Verklärung einen Vorgeschmack darauf.

Jeder Heilige wird die Gnade mit unvergleichlicher Pracht widerspiegeln.


3. Beweglichkeit

Der Körper wird der Seele vollkommen gehorchen.

Ohne Begrenzung.
Ohne Erschöpfung.
Ohne Schwere.

Es wird vollkommene Freiheit sein.


4. Feinheit

Der Körper wird völlig vergeistigt und der verherrlichten Seele vollkommen untergeordnet sein.

Wie der auferstandene Christus, der durch verschlossene Türen ging.


7. Und wie werden die Verdammten sein?

Hier spricht die traditionelle Theologie nüchtern … aber ernst.

Auch die Körper der Verdammten werden unsterblich sein, aber:

  • ohne Herrlichkeit,
  • ohne Schönheit,
  • ohne Erleichterung,
  • ohne Tod,
  • ohne Hoffnung.

Der Körper wird zu einem Werkzeug ewigen Leidens werden und äußerlich die innere Trennung der Seele von Gott widerspiegeln.

Das ist kein „religiöser Angstmacherei“.

Das ist göttliche Gerechtigkeit.

Eine Kultur, die die Sünde banalisiert, muss sich daran erinnern, dass unsere Entscheidungen ewige Konsequenzen haben.


8. Das große moderne Problem: leben, als würden wir niemals auferstehen

Heute viele:

  • entweihen ihren Körper,
  • vermarkten ihn,
  • machen ihn zum Götzen,
  • überlassen ihn dem Laster,
  • verstümmeln ihn moralisch oder geistlich.

Warum?

Weil sie ihr ewiges Schicksal vergessen haben.

Wenn die Auferstehung verloren geht, wird der Körper entweder zum Lustobjekt oder zu bloßer bedeutungsloser Materie.

Aber wenn du dich daran erinnerst, dass dein Fleisch dazu bestimmt ist, vor Gott zu erscheinen …

Dann verändert sich alles:

  • wie du dich kleidest,
  • wie du liebst,
  • wie du leidest,
  • wie du alterst,
  • wie du deine Toten begräbst.

9. Die Auferstehung Christi: die Garantie für unsere eigene

Unsere Hoffnung ist keine Theorie.

Christus ist wirklich auferstanden.

Sein Grab war leer.

Und der heilige Paulus sagt mit Nachdruck:

„Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube“ (1 Kor 15,14).

Aber Christus ist auferstanden.

Und deshalb wird auch unser Fleisch auferstehen.

Ostern handelt nicht nur von Jesus.
Ostern handelt auch von dir.


10. Praktische Anwendung: heute für die Ewigkeit leben

Was fordert dieser Artikel des Glaubensbekenntnisses?

Ehrfurcht vor dem Körper

Reinheit, Bescheidenheit, Disziplin, Respekt.

Hoffnung im Leiden

Dein Schmerz, mit Christus vereint, ist nicht sinnlos.

Würde angesichts des Todes

Der christliche Friedhof ist keine Verlassenheit; er ist Erwartung.

Moralische Dringlichkeit

Was du mit deinem Körper tust, zählt für immer.


Schlussfolgerung: Dein Körper hat ein ewiges Schicksal

Die Welt sagt dir:

„Genieße ihn.“
„Verbrauche ihn.“
„Definiere ihn neu.“
„Tu, was du willst.“

Christus sagt dir:

„Er wird auferstehen.“

Dein Körper wird zurückkehren.

Und er wird herrlich sein … oder Zeugnis der Verdammnis tragen.

Darum ist der elfte Artikel des Glaubensbekenntnisses keine abstrakte Idee. Er ist ein radikaler Aufruf, mit Blick auf die Ewigkeit zu leben.

Jedes Knie wird sich beugen.

Jeder Körper wird auferstehen.

Jede Seele wird antworten.

Und dann werden wir vollkommen verstehen, dass nichts unbedeutend war.

Denn dieses Fleisch, jetzt zerbrechlich und vergänglich, ist für die Unsterblichkeit bestimmt.

„Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches.“

Es ist nicht nur eine Lehre.

Es ist eine Warnung.
Es ist eine Hoffnung.
Es ist ein Versprechen.

Über catholicus

Pater noster, qui es in cælis: sanc­ti­ficétur nomen tuum; advéniat regnum tuum; fiat volúntas tua, sicut in cælo, et in terra. Panem nostrum cotidiánum da nobis hódie; et dimítte nobis débita nostra, sicut et nos dimíttimus debitóribus nostris; et ne nos indúcas in ten­ta­tiónem; sed líbera nos a malo. Amen.

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