Das Evangelium nach Lukas ist eines der vier Evangelien des Neuen Testaments und gehört zu den wichtigsten Werken der christlichen Literatur. Es wurde von Lukas verfasst, einem Arzt und Begleiter des Apostels Paulus, und nimmt eine besondere Stellung im biblischen Kanon ein: Es ist das einzige Evangelium, das ausdrücklich an Heiden gerichtet ist, also an Menschen, die nicht aus dem Judentum stammten. Lukas schreibt aus einer Perspektive, die die Barmherzigkeit Gottes, die Würde der Ausgegrenzten und die Universalität der Botschaft Christi betont.
Dieser Artikel lädt Sie dazu ein, die Lehren des Evangeliums nach Lukas zu entdecken, seine Geschichte und theologische Bedeutung zu erkunden und zu verstehen, wie dieses Evangelium in unserem täglichen Leben eine transformative Wirkung entfalten kann.
1. Das Evangelium nach Lukas: Historischer Kontext
Lukas war ein enger Begleiter des Apostels Paulus, und sein Evangelium ist stark von den Erfahrungen und Lehren dieses großen Missionars beeinflusst. Es ist wichtig zu wissen, dass Lukas kein Augenzeuge der Ereignisse war, die er beschreibt. Stattdessen hat er sorgfältig Nachforschungen angestellt und Zeugnisse gesammelt, um eine genaue und detaillierte Darstellung des Lebens Jesu zu bieten.
Sein Evangelium wurde wahrscheinlich zwischen 60 und 80 n. Chr. geschrieben, in einer Zeit, in der die frühen Christen Verfolgungen ausgesetzt waren und sich die Kirche über die Grenzen des Judentums hinaus in die heidnische Welt ausbreitete. Lukas schreibt sein Evangelium an Theophilus, eine Figur, deren Name „Freund Gottes“ bedeutet, was darauf hinweist, dass das Evangelium nicht nur an Theophilus als Einzelperson, sondern an alle gerichtet ist, die mehr über Jesus Christus erfahren möchten.
2. Hauptthemen und Struktur des Lukasevangeliums
Das Evangelium nach Lukas ist in fünf Hauptteile gegliedert: den Prolog, die Kindheitsgeschichte Jesu, sein öffentliches Wirken, die Reise nach Jerusalem und die Passion, den Tod und die Auferstehung.
2.1. Der Prolog und die Kindheitsgeschichte Jesu
Lukas beginnt sein Evangelium mit einem Prolog, in dem er seine Methodik erklärt: Er hat alle Ereignisse von Anfang an sorgfältig untersucht, um einen geordneten Bericht zu verfassen. Dieser Ansatz gibt uns Vertrauen in die historische Genauigkeit seines Berichts.
Eine der einzigartigen Beiträge des Lukas ist die detaillierte Erzählung der Kindheitsgeschichte Jesu. In diesem Evangelium finden wir die Geschichten von der Verkündigung durch den Engel Gabriel an Maria, den Magnificat, die Geburt Jesu in Bethlehem und den Besuch der Hirten. Diese Szenen beleuchten nicht nur die Demut und Einfachheit der Herkunft Christi, sondern zeigen auch, wie der Heilsplan Gottes von den Niedrigsten und Ausgegrenzten auf die ganze Welt ausgedehnt wird.
2.2. Das Wirken Jesu: Ein Evangelium für die Armen
Eine der auffälligsten Eigenschaften des Lukasevangeliums ist seine Betonung der Barmherzigkeit gegenüber den Armen, Ausgegrenzten und Sündern. Lukas stellt Jesus als den Retter dar, der den Armen die frohe Botschaft bringt und die Unterdrückten befreit. Von der Gleichnis vom barmherzigen Samariter bis hin zum verlorenen Sohn zeigt uns Lukas einen Jesus, der voller Barmherzigkeit ist und bereit ist, selbst den größten Sündern zu vergeben.
Dieses Thema wird besonders in der berühmten Feldrede (Lukas 6,17-49) deutlich, einer kürzeren Version der Bergpredigt, die wir im Matthäusevangelium finden. Hier verkündet Jesus die Seligpreisungen und spricht über die Segnungen, die Gott denen verspricht, die leiden und ausgestoßen sind.
Für die Christen von heute bleibt dieser Aufruf zur Barmherzigkeit grundlegend. Lukas erinnert uns daran, dass die Nachfolge Jesu ein aktives Interesse an den Bedürftigen und die Bereitschaft erfordert, Liebe und Barmherzigkeit über soziale oder wirtschaftliche Normen zu stellen.
2.3. Die Gleichnisse der Barmherzigkeit
Lukas ist auch dafür bekannt, einige der am meisten geliebten und bekanntesten Gleichnisse Jesu zu enthalten, von denen viele in den anderen Evangelien nicht zu finden sind. Diese Gleichnisse konzentrieren sich oft auf Vergebung und Barmherzigkeit, wie die Gleichnisse vom verlorenen Sohn, vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Groschen (Lukas 15).
Diese Geschichten unterstreichen die bedingungslose Liebe Gottes für jeden Menschen, insbesondere für die, die sich verirrt haben. Egal wie weit wir uns entfernt haben, Gott wartet immer mit offenen Armen auf uns. In einer Welt, die oft von Urteilen und Verurteilungen geprägt ist, sind diese Gleichnisse eine kraftvolle Erinnerung an die radikale Vergebung Gottes und die Bedeutung der Versöhnung.
2.4. Die Reise nach Jerusalem: Der Weg des Jüngers
Ein weiteres zentrales Thema bei Lukas ist die Reise Jesu nach Jerusalem. Auf dem Weg zu seinem Leiden beschreibt Lukas Jesus, wie er entschlossen auf die Stadt zugeht, in der er seinen Tod erleiden wird. Diese physische Reise ist auch ein Symbol für den geistlichen Weg, den alle Jünger antreten sollen: ein Weg des Opfers, der Hingabe und der bedingungslosen Liebe.
Während dieser Reise lehrt Jesus die Bedeutung der Jüngerschaft. Ihm zu folgen bedeutet, persönliche Annehmlichkeiten aufzugeben und bereit zu sein, das Kreuz zu tragen. Lukas betont, dass der Ruf zur Nachfolge nicht nur für einige wenige gilt, sondern sich an alle richtet, unabhängig von ihrem sozialen, wirtschaftlichen oder religiösen Status.
2.5. Die Passion und Auferstehung Jesu
Der Bericht von der Passion und Auferstehung Jesu im Lukasevangelium ist zutiefst bewegend. In der Kreuzigungsgeschichte betont Lukas das Verzeihen Jesu, als er am Kreuz betet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34). Dieser höchste Akt der Liebe offenbart das barmherzige Herz Christi bis zum Ende.
Nach seiner Auferstehung erzählt Lukas die Begegnung Jesu mit den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, eine Geschichte, die die transformierende Kraft der Eucharistie beleuchtet. Die Jünger erkennen Jesus erst, als er das Brot mit ihnen bricht, was symbolisiert, dass Christus in unserem Leben durch die Sakramente weiterhin gegenwärtig ist.
3. Praktische Anwendungen für Christen heute
Das Evangelium nach Lukas bietet praktische und spirituelle Lehren, die auch im 21. Jahrhundert von großer Relevanz für unser tägliches Leben sind.
3.1. Mitgefühl und Dienst
Eines der kraftvollsten Themen bei Lukas ist das Mitgefühl gegenüber den Schwächsten. Jesus ruft uns auf, seine Hände und Füße in der Welt zu sein, was bedeutet, den Armen, Unterdrückten und Ausgegrenzten zu dienen. In unseren Gemeinden gibt es viele Gelegenheiten, diesem Ruf zu folgen, sei es durch Unterstützung der Bedürftigen oder durch Förderung sozialer Gerechtigkeit.
3.2. Vergebung und Versöhnung
Lukas erinnert uns daran, dass niemand außerhalb der Reichweite der Vergebung Gottes ist. Wir alle haben Menschen in unserem Leben, die unsere Barmherzigkeit und Vergebung brauchen, ebenso wie wir die Vergebung Gottes brauchen. Das Üben von Vergebung befreit uns nicht nur von der Last des Grolls, sondern bringt uns auch dem Leben als wahrer Jünger Christi näher.
3.3. Die Bedeutung des Gebets
Lukas zeigt Jesus als einen Mann, der dem Gebet zutiefst hingegeben ist. Im gesamten Evangelium sehen wir, wie sich Jesus zu Schlüsselmomenten seines Wirkens zum Gebet zurückzieht. Diese Betonung des Gebets lädt uns ein, dasselbe zu tun. Inmitten der Anforderungen des modernen Lebens ist es unerlässlich, Zeit zu finden, um in der Gegenwart Gottes zu verweilen, auf Seine Stimme zu hören und uns von Ihm leiten zu lassen.
4. Theologische Relevanz des Lukasevangeliums
Das Evangelium nach Lukas hat eine große theologische Bedeutung im Christentum, insbesondere durch seine Betonung der Universalität des Heils. Für Lukas richtet sich die Botschaft Jesu nicht nur an das jüdische Volk, sondern sie ist eine gute Nachricht für alle Nationen.
Darüber hinaus hebt Lukas die Bedeutung des Heiligen Geistes und des Gebets hervor, was das fortwährende Wirken Gottes in der Kirche und in der Welt unterstreicht. Durch den Geist sind die Jünger Jesu befähigt, seine Mission fortzusetzen, eine Mission, die alle Grenzen überschreitet und uns einlädt, von der Liebe Gottes in jeder Ecke der Welt Zeugnis abzulegen.
Schlussfolgerung
Das Evangelium nach Lukas ist ein geistlicher Schatz, der uns dazu einlädt, die Liebe, Barmherzigkeit und die verwandelnde Kraft Gottes zu vertiefen. Es ist eine Botschaft, die alle anspricht, unabhängig von ihren Lebensumständen, und uns dazu aufruft, Jesus von ganzem Herzen zu folgen.
Heute, mehr denn je, sind die Lehren des Lukas relevant für eine Welt, die nach Mitgefühl, Versöhnung und Hoffnung sucht. Indem wir dieses Evangelium studieren und seine Prinzipien auf unser Leben anwenden, können wir im Glauben wachsen und uns dem Herzen Gottes nähern, das uns mitten in den Herausforderungen und Freuden des Lebens als seine Jünger ruft.
Franz Rickinger, Sonthofenerstraße 4, D-81475 München
Sehr geehrte Damen, Herren,
Eben las ich ihren interessante und sachlich gehaltene Darstellung betreffs des Evangelisten Lukas.
Auf einen sehr konsquenzenreichen Fehler in jenem Evangelium möchte ich hinweisen:
Den „Missionsbefehl“ findet man nunmal außer bei Mathäus auch bei Lukas.
Eine Darstellung betreffs „Die Versuchung Jesu“ ist bei beiden zu finden.
Bei Lukas wich der Satan bei der versuchung nur vorerst; bei Matthäus hingegen ganz.
Das spielt nun bei dem Fehler im Missionsbefehl eine sehr große Rolle:
Der Fehler im Missionsbefehl liegt in Folgendem:
Es gibt nunmal Höhenkrankheit, selbst das auswärtige Amt weist auf die damit verbundenen Gefahren hin.
Beim ADAC e.V. finden Sie zu diesem Thema, daß bei ca 1% der Bevölkerung ab 2500m Höhe bereits schwere gesundheitliche Probleme sich einzustellen pflegen:
Hirnödem, Lungenödem.
Beide sind rasch tödlich.
(Die „Chronische Form der Höhenkrankheit“, Donge-Krankheit, ist ebenfalls bekannt.)
Ob Sie jemand, der in zB 2800m Höhe ein Hirnödem entwickelt (zB mit schweren Sehstörungen, was es nahezu unmöglich machen kann, rasch auf gering-genuge Höhe abzusteigen, würde dort praktisch sicher den Tod erleiden.) nach Tibet, Peru-Hoch-Region etc per Missionsbefehl schicken, oder Jesus sagen, er solle doch vom Turm hüpfen, wäre – je nach Turm und Bodenbeschaffenheit, worüber aber Lukas und Matthäus nichts schreiben- ziemlich einerlei.
Ein Sprung in einen Sumpf überlebte angeblich (Zeitung mal) mal eine Fallschirmspringerin, deren Schirm sich nicht öffnete; als sie an einem Baum vorbeifiel, brach sie sich den Arm. Weil sie in einen oberbayerischen Sumpf gefallen war blieb sie ansonsten unverletzt.
Stunt-Leute hüpfen aus locker ca 20m runter und fallen auf einen Spezialboden aus geschichteten Pappkartons, sodaß es ihnen nicht ausmacht.
Unlängst sprang ein Bewohner wegen eines ausgebrochenen Brandes eines Hauses aus dem 3.Stock und brach sich „nur“ das Becken.
Aber auch Abstürze aus dem fünften Stock auf Beton haben manche schon – schwer verletzt, aber heillbarerweise, wie sich zeigte- überlebt.
Kurzum: Jesus antwortete zu jenem „Hüpf hinunter, Engel werden kommen und Dich auffangen“ mit „Hinweg Satan!“.
Was ist dann wohl die jesusgemäße Antwort auf den Missionsbefehl, der für ca 1% in Tibet, Peru, äthiopischem Hochland usw kaum weniger wahrscheinlich tödlich enden würde?
Hinweg Satan!
Nachdem gemäß Lukas der Satan bei der „Versuchung des Jesus“ erst vorerst gewichen war, wäre Jesus per Aussprechen des Missionsbefehls vor dem Satan niedergefallen und hätte ihn angebetet gehabt.
Gemäß Jakobs kommt von Gott nichts Böses.
Der Missions-Befehl kann nie&nimmer von einem Gott stammen und folglich wäre Jesus dann eben nie&nimmer der „Menschgewordene Gott“.
Beim Missionsbefehl schickte Jesus ein „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden“ voraus; Der Satan schickte bei der Versuchung ein „Gott wird dir Engel schicken, die dich auffangen“.
Von der Struktur der Zumutung ist da kein Unterschied.
Jesus hätte sich, gemäß Lukas, der „Logik“ und „dem Versuchen“ des Satan’s angeschlossen….
Eine Schlußfolgerung wäre, daß der Missionsbefehl nie existierte und wenn, dann nicht von Jesus stammte.
Nunja, Sie stellten Luka als jemand dar, der für sein Evengelium sehr genau recherchierte habe und insofern wäre dem Lukas wohl erwünscht gewesen, wenn man Ihn auf den Fehler wegen der Höhenkrankheit (die er damals noch nicht kannte; erstmals angeblich ca 1000 n.Chr. in China als eine Art Bergkrankheit erwähnt worden…-> Internet) ebenso sachlich hingewiesen haben würde.
Insofern schrieb ich es Ihnen, weil es Sie nunmal auch betrifft und Sie in ihrer Darstellung extra betonen, daß gemäß Lukas jeder zur Mission
aufgerufen wäre…
mit freundlichen Grüßen
Franz Rickinger