Warum gibt es so viele Marien? Die tiefgründige Bedeutung der marianischen Anrufungen, die viele Menschen nicht kennen

„Es gibt nicht viele Marien. Es gibt nur eine einzige Gottesmutter, die unter zahlreichen Anrufungen verehrt wird, welche den Reichtum ihrer Sendung in der Heilsgeschichte offenbaren.“

Nur wenige Fragen werden von Katholiken und Nichtkatholiken so häufig gestellt wie diese:

Warum haben die Katholiken so viele Marien? Sollte es nicht nur eine einzige geben? Wer ist Unsere Liebe Frau von der Säule? Und Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel? Unsere Liebe Frau von Fatima? Unsere Liebe Frau von Guadalupe? Sind das verschiedene Personen?

Diese Fragen sind vollkommen verständlich. Auf den ersten Blick könnte die große Zahl von Bildern, Namen, Festtagen und Wallfahrtsorten den Eindruck erwecken, als gäbe es viele verschiedene „Marien“.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Die katholische Kirche hat immer gelehrt, dass es nur eine einzige Jungfrau Maria gibt: die selige Mutter Jesu Christi, die Gottesmutter (Theotokos), von der ersten Sekunde ihres Daseins an Unbefleckt Empfangene, immerwährende Jungfrau und mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.

Warum also…

trägt sie so viele verschiedene Namen?

Die Antwort führt uns zu einem der schönsten geistlichen Schätze des Christentums: den marianischen Anrufungen (Advokationen).

Weit davon entfernt, die Verehrung zu zersplittern, zeigen diese Anrufungen, wie dieselbe Mutter sich den verschiedenen Völkern, Kulturen und geschichtlichen Epochen nahe macht und dabei die unterschiedlichen Aspekte jener einzigartigen Sendung offenbart, die Gott ihr anvertraut hat.

Wer dies versteht, klärt nicht nur eine weit verbreitete Frage, sondern entdeckt zugleich die außergewöhnliche Tiefe der marianischen Spiritualität.


Was genau ist eine marianische Anrufung?

Das Wort Advokation stammt vom lateinischen advocatio und bedeutet Anrufung oder Anruf.

Im Sprachgebrauch der Kirche ist eine marianische Anrufung ein Titel, unter dem die Gläubigen die selige Jungfrau Maria anrufen, indem sie an einen besonderen Aspekt ihres Lebens, eine Glaubenswahrheit, ein ihr von Gott verliehenes Vorrecht, eine von der Kirche anerkannte Erscheinung oder an einen besonderen Schutz erinnern, den ein christliches Volk erfahren hat.

Mit anderen Worten:

Maria verändert sich nicht.

Was sich verändert, ist die Weise, in der die Gläubigen einen bestimmten Aspekt ihrer Person und ihrer Sendung betrachten.

Dies ähnelt den zahlreichen Titeln, die Jesus Christus trägt:

  • Lamm Gottes
  • Der Gute Hirte
  • König des Universums
  • Sohn Davids
  • Emmanuel
  • Brot des Lebens
  • Licht der Welt
  • Alpha und Omega

Es gibt nicht viele Christusse.

Es gibt nur den einen Christus, dessen Geheimnis unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.

Dasselbe gilt für Maria.


Eine einzige Mutter für die ganze Kirche

Als Elisabeth Maria in ihrem Haus empfängt, ruft sie aus:

„Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“

(Lukas 1,43)

Schon in den ersten Jahrhunderten erkannten die Christen, dass Maria einen völlig einzigartigen Platz einnimmt.

Sie ist keine Göttin.

Sie ist keine weibliche Gottheit.

Sie ersetzt Christus nicht.

Ihre ganze Größe besteht gerade darin, die Menschen zu Ihm zu führen.

Wie sie bei der Hochzeit zu Kana sagt:

„Was er euch sagt, das tut.“

(Johannes 2,5)

Jede echte marianische Verehrung führt letztlich immer zu Jesus Christus.

Niemals zu Maria selbst.

Warum sind so viele marianische Anrufungen entstanden?

Die marianischen Anrufungen entstanden ganz natürlich, als sich das Christentum über die ganze Welt ausbreitete.

Jedes Volk begann, den mütterlichen Schutz Mariens unter ganz bestimmten historischen Umständen zu erfahren.

Manchmal während Epidemien.

Manchmal in Zeiten des Krieges.

Manchmal nach außergewöhnlichen Wundern.

In anderen Fällen nach Marienerscheinungen.

Oder durch uralte Überlieferungen, die über Generationen hinweg treu bewahrt wurden.

Jede dieser Erfahrungen bereicherte das geistliche Erbe der Kirche.

So entstanden Anrufungen wie:

  • Unsere Liebe Frau von der Säule
  • Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel
  • Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz
  • Unsere Liebe Frau von Lourdes
  • Unsere Liebe Frau von Fatima
  • Unsere Liebe Frau von Guadalupe
  • Unsere Liebe Frau von Covadonga
  • Unsere Liebe Frau von Montserrat
  • Unsere Liebe Frau von Loreto
  • Unsere Liebe Frau von der Immerwährenden Hilfe
  • Unsere Liebe Frau von der Wundertätigen Medaille

Alle diese Titel beziehen sich auf ein und dieselbe Mutter Jesu Christi.


Die marianischen Anrufungen nach ihrem Ursprung

Die marianischen Anrufungen lassen sich in mehrere Gruppen einteilen.

1. Anrufungen, die sich auf ein Geheimnis aus dem Leben Mariens beziehen

Sie stellen Glaubenswahrheiten oder bedeutende Ereignisse aus dem Leben der Gottesmutter in den Mittelpunkt.

Zum Beispiel:

  • Die Unbefleckte Empfängnis
  • Die Aufnahme Mariens in den Himmel
  • Gottesmutter
  • Unsere Liebe Frau von den Schmerzen
  • Mariä Heimsuchung
  • Mariä Darstellung

In diesen Fällen erinnert der Titel nicht an einen Ort, sondern an eine geoffenbarte Glaubenswahrheit.


2. Anrufungen, die mit Marienerscheinungen verbunden sind

Zu bestimmten Zeiten der Geschichte hat Gott private Erscheinungen der seligen Jungfrau Maria zugelassen, die später von der Kirche anerkannt wurden.

In diesen Erscheinungen rief Maria die Menschheit stets zum Gebet, zur Buße, zur Umkehr und zur Treue gegenüber dem Evangelium auf.

Zu den bekanntesten gehören:

  • Lourdes
  • Fatima
  • Guadalupe
  • La Salette

Die Kirche unterscheidet sorgfältig zwischen der Öffentlichen Offenbarung, die mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen wurde, und den Privatoffenbarungen, die dem Glaubensgut nichts Neues hinzufügen, den Gläubigen jedoch helfen können, das Evangelium in bestimmten geschichtlichen Situationen intensiver zu leben.


3. Anrufungen, die mit einem bestimmten Ort verbunden sind

An vielen Wallfahrtsorten entwickelte sich die Volksfrömmigkeit rund um ein wundertätiges oder besonders verehrtes Marienbild.

So entstanden Titel wie:

  • Unsere Liebe Frau von der Säule (Saragossa)
  • Unsere Liebe Frau von Covadonga
  • Unsere Liebe Frau von Montserrat
  • Unsere Liebe Frau von Arantzazu
  • Unsere Liebe Frau von Candelaria

Der Titel verweist auf den Ort, an dem sich diese Verehrung entwickelt hat – nicht auf eine andere Maria.


4. Anrufungen, die mit der geistlichen Sendung Mariens verbunden sind

Einige Titel bringen zum Ausdruck, wie Maria ihre geistliche Mutterschaft gegenüber den Gläubigen ausübt.

Zum Beispiel:

  • Maria, Hilfe der Christen
  • Trösterin der Betrübten
  • Zuflucht der Sünder
  • Königin des Friedens
  • Mutter vom Guten Rat
  • Mutter der Göttlichen Gnade

Viele dieser Titel finden sich in der wunderschönen Lauretanischen Litanei, die seit Jahrhunderten in der gesamten katholischen Kirche gebetet wird.


Erfindet die Kirche „neue Marien“?

Keineswegs.

Die Kirche hat niemals gelehrt, dass es mehrere Marien gebe.

Ganz im Gegenteil.

Das Konzil von Ephesus (431) hat Maria feierlich als Theotokos, das heißt als Gottesmutter, verkündet und damit sowohl die Einheit ihrer Person als auch ihre einzigartige Rolle im Geheimnis Christi bekräftigt.

Im Laufe der Jahrhunderte haben die theologische Reflexion und die echte Frömmigkeit der Gläubigen zahlreiche Titel hervorgebracht, welche den Reichtum ihrer geistlichen Mutterschaft zum Ausdruck bringen.

Diese Anrufungen vervielfachen nicht die Identität Mariens.

Sie beleuchten lediglich verschiedene Aspekte derselben göttlichen Berufung.


Die Bibel kündigte die Größe Mariens bereits an

Maria selbst prophezeite:

„Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter.“

(Lukas 1,48)

Diese Aussage ist außergewöhnlich.

Sie sagt nicht:

„Einige Generationen.“

Auch nicht:

„Die Christen des ersten Jahrhunderts.“

Sie sagt:

„Alle Geschlechter.“

Und genau das ist in den vergangenen zweitausend Jahren geschehen.

Jede Kultur hat sie geehrt.

Jede Sprache hat ihr Lob gesungen.

Jede Nation hat in ihr eine Mutter gefunden.

Ihre zahllosen Anrufungen sind nichts anderes als die geschichtliche Erfüllung dieser vom Heiligen Geist eingegebenen Prophezeiung.


Ist die Verehrung von Marienbildern Götzendienst?

Auch dies ist eine sehr häufig gestellte Frage.

Die Antwort der Kirche ist seit den ersten Jahrhunderten unverändert geblieben:

Nein.

Denn Anbetung (Latria) gebührt allein Gott.

Die Heiligen werden mit Verehrung (Dulia) geehrt.

Maria aber empfängt aufgrund ihrer unvergleichlichen Würde als Gottesmutter eine besondere Form der Verehrung, die Hyperdulie genannt wird.

Das Bild selbst ist niemals das eigentliche Ziel der Verehrung.

Es verweist immer auf die dargestellte Person.

Es ist vergleichbar mit einem Sohn, der das Foto seiner Mutter küsst.

Er glaubt nicht, dass das Papier seine Mutter sei.

Vielmehr weckt das Bild seine Liebe zu der Person, die darauf dargestellt ist.

Genau so verhält es sich mit den heiligen Bildern.

Ihre Aufgabe besteht darin, das Herz zu den himmlischen Wirklichkeiten zu erheben.


Was lehrt der Katechismus?

Der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt:

„Die Verehrung der seligen Jungfrau gehört wesentlich zum christlichen Gottesdienst.“

Die Marienverehrung ist kein sentimentaler Zusatz zum Christentum.

Sie gehört zum eigentlichen Leben der Kirche, weil Maria untrennbar mit dem Geheimnis Christi und seinem Erlösungswerk verbunden ist.

Jedes Mal, wenn die Kirche Maria ehrt, verherrlicht sie in Wirklichkeit die großen Taten, die Gott an seiner demütigen Magd vollbracht hat.

Die marianischen Anrufungen offenbaren die Universalität der Kirche

Einer der schönsten Aspekte der Marienverehrung besteht darin zu erkennen, dass Maria alle Sprachen spricht und alle Kulturen umfasst.

In Mexiko wird sie als Unsere Liebe Frau von Guadalupe verehrt.

In Portugal als Unsere Liebe Frau von Fatima.

In Frankreich als Unsere Liebe Frau von Lourdes.

In Spanien als Unsere Liebe Frau von der Säule.

In Polen als Unsere Liebe Frau von Tschenstochau.

In Irland als Unsere Liebe Frau von Knock.

Auch in Japan und in ganz Asien wird sie unter Titeln verehrt, die aus der Geschichte der Evangelisierung hervorgegangen sind.

Überall in Afrika sind zahlreiche marianische Anrufungen im Zuge der Ausbreitung des Evangeliums entstanden und spiegeln die Begegnung des christlichen Glaubens mit den verschiedenen lokalen Kulturen wider.

Maria verändert sich nicht.

Es ist vielmehr das menschliche Herz, das in ihr – entsprechend seiner Geschichte, seiner Sprache und seiner Lebensumstände – eine besondere mütterliche Nähe entdeckt.

Diese Universalität ist eines der deutlichsten Zeichen für die Katholizität der Kirche selbst. Überall dort, wo das Evangelium Wurzeln schlägt, entdecken die Gläubigen auch die liebevolle Gegenwart jener Mutter, die Christus seinen Jüngern geschenkt hat.


Maria nimmt niemals den Platz Christi ein

Dieser Punkt ist aus theologischer Sicht von grundlegender Bedeutung.

Jede authentische Mariologie ist zutiefst christozentrisch.

Das Zweite Vatikanische Konzil stellt Maria in der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium stets in Beziehung zu Christus und zur Kirche.

Ihre ganze Sendung besteht darin, die Menschen zu ihrem Sohn zu führen und mütterlich an seinem Erlösungswerk mitzuwirken, ohne jemals seine einzigartige Mittlerschaft zu schmälern oder zu ersetzen.

Wie der heilige Paulus lehrt:

„Denn einer ist Gott, einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus.“

(1 Timotheus 2,5)

Die mütterliche Mittlerschaft Mariens nimmt vollständig an der einzigartigen Mittlerschaft Christi teil.

Sie hängt vollkommen von Ihm ab.

Sie steht niemals in Konkurrenz zu Ihm.

Sie verdunkelt Ihn niemals.

Jede echte Marienverehrung führt den Christen:

  • zu einer tieferen Liebe zu Jesus Christus;
  • zu größerer Treue gegenüber der Heiligen Schrift;
  • zu einem intensiveren sakramentalen Leben;
  • zu innigerem Gebet;
  • zu aufrichtiger Umkehr des Herzens;
  • und zu treuem Gehorsam gegenüber dem Evangelium.

Wann immer die Verehrung Mariens nicht zu Christus führt, verliert sie ihren wahrhaft katholischen Charakter.

Die wahre marianische Spiritualität wiederholt stets die Worte Mariens bei der Hochzeit zu Kana:

„Was er euch sagt, das tut.“


Der geistliche Reichtum der marianischen Anrufungen

Jede marianische Anrufung beleuchtet eine besondere Dimension des christlichen Lebens.

Unsere Liebe Frau von den Schmerzen lehrt uns, selbst im Leiden treu unter dem Kreuz auszuharren.

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz lädt uns ein, die Geheimnisse Christi durch beharrliches Gebet zu betrachten.

Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel erinnert uns an die Hoffnung auf das Heil und an den Ruf, Christus anzuziehen.

Die Unbefleckte Empfängnis verkündet den Sieg der göttlichen Gnade über die Sünde.

Unsere Liebe Frau von der Immerwährenden Hilfe offenbart den beständigen Beistand Mariens für alle, die vertrauensvoll ihre Fürsprache suchen.

Maria, Hilfe der Christen erinnert die Gläubigen daran, dass der Himmel der Kirche in Zeiten der Prüfung unaufhörlich beisteht.

Jede Anrufung lässt eine andere Facette desselben Geheimnisses aufleuchten.

Weit davon entfernt, die Identität Mariens aufzuteilen, gleichen diese Titel den vielen Facetten eines kostbaren Diamanten.

Jede Facette reflektiert das Licht auf ihre eigene Weise.

Und doch gehören alle zu ein und demselben Edelstein.

So offenbart jede marianische Anrufung einen weiteren Aspekt der unvergleichlichen Schönheit der Gottesmutter.


Die pastorale Dimension der marianischen Anrufungen

Aus pastoraler Sicht helfen die marianischen Anrufungen den Gläubigen zu erkennen, dass Maria die konkreten Wirklichkeiten des täglichen Lebens begleitet.

Kranke vertrauen sich häufig Unserer Lieben Frau von Lourdes an.

Wer schwere Kreuze trägt, findet Trost bei Unserer Lieben Frau von den Schmerzen.

Wer im Gebet wachsen möchte, wendet sich an Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz.

Reisende rufen vertrauensvoll Unsere Liebe Frau von Loreto an.

Familien suchen den Schutz Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe.

Unzählige Gläubige haben im Laufe der Jahrhunderte unter diesen verschiedenen Titeln die mütterliche Nähe Mariens erfahren.

Richtig verstanden ersetzen diese Andachten niemals die Sakramente oder das Wort Gottes.

Im Gegenteil: Sie stärken das christliche Leben, fördern das kindliche Vertrauen, ermutigen zum Gebet und erinnern daran, dass die Kirche ihren Weg durch die Geschichte in Begleitung jener Mutter geht, die Christus dem geliebten Jünger anvertraut hat.

Am Kalvarienberg sprach Jesus:

„Frau, siehe, dein Sohn … Siehe, deine Mutter.“

(Johannes 19,26–27)

Die Überlieferung der Kirche hat in diesen Worten niemals nur eine persönliche Geste gegenüber dem heiligen Johannes gesehen, sondern zugleich ein tiefes Zeichen der universalen geistlichen Mutterschaft Mariens gegenüber allen Jüngern Christi.


Eine Botschaft für unsere Zeit

Wir leben in einer Zeit, die von Individualismus, Unsicherheit, Verwirrung und dem fortschreitenden Verlust geistlicher Orientierung geprägt ist.

In einer solchen Welt verkünden die marianischen Anrufungen eine zutiefst tröstliche Wahrheit:

Gott wollte, dass die Mutter seines Sohnes auch unsere Mutter wird.

Die zahlreichen marianischen Anrufungen zeigen, dass das Evangelium in jeder Kultur Wurzeln schlagen kann, ohne dabei sein Wesen zu verlieren.

Maria gehört keiner einzelnen Nation.

Sie gehört der ganzen Kirche.

Unter ihren vielen Titeln richtet sie seit Jahrhunderten immer dieselbe Botschaft an die Menschheit:

Zum Gebet.

Zur Umkehr.

Zur Buße.

Zur Nächstenliebe.

Zur Treue.

Zur Hoffnung.

Zur Heiligkeit.

In einer Gesellschaft, die Freiheit häufig mit Unabhängigkeit von Gott verwechselt, weist Maria weiterhin auf den einzigen Weg hin, der zum wahren Glück führt:

„Was er euch sagt, das tut.“

Diese wenigen Worte bleiben die vollkommene Zusammenfassung jeder echten marianischen Spiritualität.


Schlussfolgerung: Viele Anrufungen – eine einzige Mutter

Wenn du das nächste Mal vor einem Bild Unserer Lieben Frau von der Säule, Unserer Lieben Frau von Guadalupe, Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, Unserer Lieben Frau von Fatima oder Unserer Lieben Frau von Lourdes stehst, dann denke daran:

Du stehst nicht vor „einer anderen Maria“.

Du betrachtest dieselbe Maria –

die Gottesmutter,

die Mutter der Kirche,

die Mutter aller Gläubigen –

verehrt unter einem Titel, der einen besonderen Aspekt ihrer mütterlichen Liebe hervorhebt oder an ein bedeutendes Ereignis der Heilsgeschichte erinnert.

Die marianischen Anrufungen sind wie verschiedene Fenster, die sich zu ein und demselben Geheimnis öffnen.

Jedes lässt einen besonderen Lichtstrahl herein.

Doch alle offenbaren dasselbe Antlitz:

das der demütigen Magd des Herrn,

der Frau, die das fleischgewordene Wort aufgenommen hat,

die treu unter dem Kreuz ausgeharrt hat

und die die Jünger Christi weiterhin mit wahrhaft mütterlicher Liebe begleitet.

Die marianischen Anrufungen kennenzulernen sollte niemals bei einer bloßen historischen oder kulturellen Neugier stehen bleiben.

Sie sollen uns vielmehr dazu führen, den Platz Mariens im Heilsplan Gottes neu zu entdecken und uns dazu anregen, ihre Tugenden nachzuahmen:

ihren unerschütterlichen Glauben,

ihre tiefe Demut,

ihren vollkommenen Gehorsam,

ihre Reinheit,

ihre Hoffnung,

ihre Liebe

und ihre vollständige Hingabe an den Willen Gottes.

Denn letztlich besteht der wahre Sinn jeder marianischen Anrufung nicht darin, die Zahl der Namen zu vermehren.

Ihr Ziel ist es, jede Seele unter der sicheren Führung der Mutter zum einen und einzigen Erlöser der Welt zu führen:

Jesus Christus.

Über catholicus

Pater noster, qui es in cælis: sanc­ti­ficétur nomen tuum; advéniat regnum tuum; fiat volúntas tua, sicut in cælo, et in terra. Panem nostrum cotidiánum da nobis hódie; et dimítte nobis débita nostra, sicut et nos dimíttimus debitóribus nostris; et ne nos indúcas in ten­ta­tiónem; sed líbera nos a malo. Amen.

Auch ansehen

Der Christ, der nie allein ist, wird schwerlich mit Gott sein

Stille, Einsamkeit und die Begegnung mit dem Herrn in einer Zeit, die die Stille fürchtet …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: catholicus.eu