{"id":5842,"date":"2026-04-30T17:52:59","date_gmt":"2026-04-30T15:52:59","guid":{"rendered":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/?p=5842"},"modified":"2026-04-30T17:53:00","modified_gmt":"2026-04-30T15:53:00","slug":"der-zwoelfte-artikel-des-glaubensbekenntnisses-und-das-ewige-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/der-zwoelfte-artikel-des-glaubensbekenntnisses-und-das-ewige-leben\/","title":{"rendered":"Der zw\u00f6lfte Artikel des Glaubensbekenntnisses: \u201eUnd das ewige Leben\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Das gro\u00dfe Schicksal des Menschen: Himmel, H\u00f6lle und christliche Hoffnung<\/p>\n\n\n\n<p>Jeden Sonntag sprechen Millionen von Katholiken auf der ganzen Welt fast ohne innezuhalten einen kurzen und feierlichen Satz am Ende des Glaubensbekenntnisses: \u201eUnd das ewige Leben. Amen.\u201c<br>Es sind nur wenige Worte. Und doch enthalten sie eine der tiefsten, tr\u00f6stlichsten, aber auch anspruchsvollsten Wahrheiten des gesamten christlichen Glaubens.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer Zeit, die vom Gegenw\u00e4rtigen besessen ist. Alles scheint unmittelbar zu sein: schnelle Nachrichten, Sekunden-Videos, sofortige Befriedigung, st\u00e4ndiger Konsum und eine dauerhafte Angst, Zeit zu verlieren. Gerade deshalb erklingt der letzte Artikel des Glaubensbekenntnisses heute mit noch gr\u00f6\u00dferer Kraft: Der Mensch wurde nicht nur f\u00fcr einige Jahre auf dieser Erde erschaffen. Er wurde f\u00fcr die Ewigkeit erschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche hat seit den Aposteln bis heute niemals aufgeh\u00f6rt, diese grundlegende Wahrheit zu lehren: Das menschliche Leben endet nicht mit dem Tod. Nach diesem zeitlichen Dasein beginnt ein anderes Leben \u2014 endg\u00fcltig, ewig, unumkehrbar und voller Konsequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der alte Katechismus fasst es klar zusammen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNach dem gegenw\u00e4rtigen Leben gibt es ein anderes, entweder ewig selig f\u00fcr die Erw\u00e4hlten im Himmel oder ewig ungl\u00fccklich f\u00fcr die Verdammten in der H\u00f6lle.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Worte m\u00f6gen dem modernen Menschen hart erscheinen. Doch in Wirklichkeit offenbaren sie die immense W\u00fcrde des Menschen. Unser Leben hat Bedeutung. Unsere Entscheidungen tragen ewiges Gewicht. Liebe, Glaube, S\u00fcnde, Bekehrung, Gnade und Freiheit sind keine verg\u00e4nglichen Spiele: Sie formen unser ewiges Schicksal.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sehnsucht nach Ewigkeit im Herzen des Menschen<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn viele versuchen zu leben, als g\u00e4be es Gott nicht, hungert das menschliche Herz weiterhin nach dem Unendlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zeigt sich in allem:<\/p>\n\n\n\n<p>im Wunsch, nicht zu sterben;<br>in der Angst vor dem Vergessenwerden;<br>in der st\u00e4ndigen Suche nach Gl\u00fcck;<br>im Bed\u00fcrfnis, f\u00fcr immer zu lieben;<br>im Schmerz \u00fcber Trennung und Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Der heilige Augustinus dr\u00fcckte es meisterhaft aus:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der moderne Mensch kann sein Leben mit Unterhaltung, Technologie, Reisen oder Vergn\u00fcgen f\u00fcllen, doch fr\u00fcher oder sp\u00e4ter taucht die gro\u00dfe Frage auf:<\/p>\n\n\n\n<p>Und was kommt danach?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Glaubensbekenntnis antwortet klar:<\/p>\n\n\n\n<p>nach diesem Leben kommt die Ewigkeit;<br>nach der Zeit kommt das Gericht;<br>nach der Pilgerschaft kommt das endg\u00fcltige Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der katholische Glaube lehrt weder einen endlosen Kreislauf von Wiedergeburten noch eine unpers\u00f6nliche Aufl\u00f6sung der Seele. Er lehrt etwas weit Gr\u00f6\u00dferes: Jeder Mensch ist einzigartig, unwiederholbar und dazu berufen, ewig vor Gott zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Himmel: weit mehr als nur eine sch\u00f6ne Vorstellung<br>Was ist der Himmel wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p>Oft wird der Himmel kindlich dargestellt:<\/p>\n\n\n\n<p>Wolken,<br>Harfen,<br>schwebende Engel,<br>sentimentale Bilder.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die katholische Lehre verk\u00fcndet etwas unendlich Tieferes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der traditionelle Katechismus sagt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Seligkeit der Erw\u00e4hlten besteht darin, Gott, die Quelle alles Guten, auf ewig zu schauen, zu lieben und zu besitzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Himmel ist vor allem die vollkommene Vereinigung mit Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist nicht einfach ein sch\u00f6ner Ort.<br>Er ist keine materielle Belohnung.<br>Er ist keine verbesserte Version der Erde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Himmel ist die absolute Erf\u00fcllung der menschlichen Seele in der Betrachtung Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Theologie nennt dies die seligmachende Anschauung: Gott \u201evon Angesicht zu Angesicht\u201c zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der heilige Paulus schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJetzt schauen wir wie in einem Spiegel und r\u00e4tselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht.\u201c (1 Kor 13,12)<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes menschliche Verlangen findet dort seine Erf\u00fcllung:<\/p>\n\n\n\n<p>das Verlangen nach Wahrheit,<br>das Verlangen nach Sch\u00f6nheit,<br>das Verlangen nach Gerechtigkeit,<br>das Verlangen nach Liebe,<br>das Verlangen nach Gl\u00fcck.<br>Warum k\u00f6nnen wir die Herrlichkeit des Himmels nicht begreifen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort 248 des Katechismus sagt etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen die Seligkeit der Herrlichkeit nicht begreifen, weil sie unser begrenztes Verst\u00e4ndnis \u00fcbersteigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat enorme geistliche Konsequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft denken wir \u00fcber den Himmel in irdischen Kategorien nach. Doch der Himmel \u00fcbersteigt unsere gegenw\u00e4rtige Erfahrung radikal.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schrift dr\u00fcckt es so aus:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es geh\u00f6rt, und keinem Menschen ist es in den Sinn gekommen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.\u201c (1 Kor 2,9)<\/p>\n\n\n\n<p>Jede irdische Freude ist nur ein Schatten:<\/p>\n\n\n\n<p>die Freude einer geeinten Familie,<br>Frieden nach dem Leiden,<br>die Geburt eines Kindes,<br>die Betrachtung einer Landschaft,<br>wahre Liebe,<br>die Sch\u00f6nheit der Liturgie,<br>die Ergriffenheit durch sakrale Musik.<\/p>\n\n\n\n<p>All dies sind nur winzige Spiegelungen des unendlichen Guten, das Gott ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum sprachen die Heiligen mit sehns\u00fcchtigen Tr\u00e4nen vom Himmel. Sie verstanden, dass das gegenw\u00e4rtige Leben selbst in seinen sch\u00f6nsten Momenten eine Pilgerschaft bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die moderne Trag\u00f6die: leben, ohne an die Ewigkeit zu denken<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der geistlichen Dramen unserer Zeit besteht darin, dass viele Getaufte aufgeh\u00f6rt haben, \u00fcber die letzten Dinge nachzudenken:<\/p>\n\n\n\n<p>Tod,<br>Gericht,<br>Himmel,<br>H\u00f6lle.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch standen diese Themen jahrhundertelang im Mittelpunkt der christlichen Verk\u00fcndigung. Nicht um krankhafte Angst zu erzeugen, sondern um Weisheit zu lehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erinnerung an die Ewigkeit ver\u00e4ndert die gesamte Lebensweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer daran denkt, dass es den Himmel gibt:<\/p>\n\n\n\n<p>relativiert die Eitelkeiten der Welt;<br>ertr\u00e4gt Leiden geduldiger;<br>versteht den Wert des Opfers;<br>k\u00e4mpft gegen die S\u00fcnde;<br>lernt, in Hoffnung zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Mensch dagegen die Ewigkeit vergisst:<\/p>\n\n\n\n<p>verg\u00f6tzt er das Vergn\u00fcgen;<br>entwickelt er eine obsessive Angst vor dem Tod;<br>macht er den Erfolg zum G\u00f6tzen;<br>verliert er den Sinn des Opfers;<br>f\u00e4llt er leicht in den Nihilismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gesellschaft, die den Himmel vergessen hat, versucht schlie\u00dflich, k\u00fcnstliche Paradiese auf Erden zu errichten\u2026 und erzeugt meist neue Formen von Leere und Verzweiflung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6lle: die Wahrheit, die die moderne Welt zum Schweigen bringen will<br>Gibt es die H\u00f6lle wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p>Christus sprach mit gro\u00dfer Klarheit \u00fcber die H\u00f6lle \u2014 viel mehr, als viele glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Katechismus lehrt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Ungl\u00fcck der Verdammten besteht darin, f\u00fcr immer der Anschauung Gottes beraubt zu sein und mit ewigen Qualen bestraft zu werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die schlimmste Strafe der H\u00f6lle ist nicht das materielle Feuer.<br>Die schlimmste Strafe ist die ewige Trennung von Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies nennt man die \u201eStrafe des Verlustes\u201c: f\u00fcr immer das h\u00f6chste Gut zu verlieren, f\u00fcr das die Seele geschaffen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6lle ist keine \u201egrausame Laune\u201c Gottes.<br>Sie ist die endg\u00fcltige Folge der freien Zur\u00fcckweisung Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott verdammt nicht willk\u00fcrlich. Der Mensch kann sein Herz hartn\u00e4ckig vor der Gnade verschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum heute \u00fcber die H\u00f6lle sprechen?<\/p>\n\n\n\n<p>Viele glauben, \u00fcber die H\u00f6lle zu sprechen sei veraltet, negativ oder unpastoral. Doch sie zu verschweigen w\u00e4re eine falsche Barmherzigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Christus dar\u00fcber gesprochen hat, kann die Kirche nicht schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem hat die Abschaffung der H\u00f6lle schwerwiegende Folgen:<\/p>\n\n\n\n<p>die S\u00fcnde erscheint nicht mehr ernst;<br>das Kreuz verliert seinen Sinn;<br>die Erl\u00f6sung wird \u00fcberfl\u00fcssig;<br>die g\u00f6ttliche Gerechtigkeit verschwindet;<br>die menschliche Freiheit verliert ihre Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Merkw\u00fcrdigerweise spricht die moderne Welt st\u00e4ndig \u00fcber Gerechtigkeit\u2026 lehnt aber die Idee des ewigen Gerichts ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die katholische Lehre h\u00e4lt beide Wahrheiten fest:<\/p>\n\n\n\n<p>Gott ist unendlich barmherzig;<br>Gott ist unendlich gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Barmherzigkeit hebt die menschliche Freiheit nicht auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Leib wird auferstehen<\/p>\n\n\n\n<p>Der Katechismus lehrt eine oft vergessene Wahrheit:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNach der Auferstehung werden die Menschen entweder gl\u00fccklich oder gequ\u00e4lt sein \u2014 f\u00fcr immer an Seele und Leib.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Christentum verachtet den Leib nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist \u00e4u\u00dferst wichtig in einer Zeit, die gepr\u00e4gt ist von:<\/p>\n\n\n\n<p>Ideologien, die die menschliche Identit\u00e4t verwirren;<br>Verachtung des K\u00f6rpers;<br>Hedonismus;<br>Transhumanismus;<br>materialistischer Reduktion des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der katholische Glaube lehrt, dass der menschliche Leib eine immense W\u00fcrde besitzt, weil er dazu bestimmt ist, verherrlicht aufzuerstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Christus ist leiblich auferstanden.<br>Und auch wir werden auferstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die endg\u00fcltige Auferstehung bedeutet, dass der ganze Mensch \u2014 Seele und Leib \u2014 an seinem ewigen Schicksal teilhaben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Werden alle dieselbe Herrlichkeit empfangen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort 252 des Katechismus ist \u00e4u\u00dferst bemerkenswert:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie G\u00fcter des Himmels \u2026 werden gr\u00f6\u00dfer oder geringer sein je nach den Verdiensten oder Verfehlungen jedes Einzelnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Seligen werden vollkommen gl\u00fccklich sein, doch es wird unterschiedliche Grade der Herrlichkeit geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies erzeugt keinen Neid im Himmel, weil jede Seele vollkommen mit Gott erf\u00fcllt sein wird \u2014 entsprechend ihrer F\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heiligen verstanden dies vollkommen. Deshalb strebten sie nach heroischer Heiligkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Akt der Liebe:<\/p>\n\n\n\n<p>ein gl\u00e4ubig gesprochenes Gebet,<br>eine dargebrachte Bu\u00dfe,<br>eine aufrichtige Beichte,<br>ein Werk der Barmherzigkeit,<br>ein geduldig getragenes Kreuz,<br>eine stille Treue,<\/p>\n\n\n\n<p>hat ewiges Gewicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts geht vor Gott verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ewige Leben beginnt bereits hier<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der Himmel seine Vollendung erst nach dem Tod erreicht, beginnt das ewige Leben geheimnisvoll schon hier.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus sagte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist das ewige Leben: Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen.\u201c (Joh 17,3)<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Mal, wenn wir:<\/p>\n\n\n\n<p>beten,<br>die Sakramente empfangen,<br>Christus anbeten,<br>in der Gnade leben,<br>wahrhaft lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>beginnt die Ewigkeit unser Leben zu ber\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die traditionelle Liturgie hat dieses Bewusstsein der Transzendenz stets bewahrt. Weihrauch, Stille, gregorianischer Gesang, die Ausrichtung auf Gott, die Heiligkeit des Tempels \u2014 all dies weist auf das himmlische Jerusalem hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche existiert nicht einfach, um die zeitliche Welt zu verbessern. Sie existiert vor allem, um Seelen in den Himmel zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die tiefe Bedeutung des \u201eAmen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Katechismus schlie\u00dft mit der Frage:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas bedeutet das Wort AMEN am Ende des Glaubensbekenntnisses?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und er antwortet:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo ist es \u2026 Ich glaube, dass alles, was in diesen zw\u00f6lf Artikeln enthalten ist, reine Wahrheit ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAmen\u201c ist nicht blo\u00df eine dekorative Formel.<br>Es ist ein Bekenntnis der Gewissheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Christ \u201eAmen\u201c zum Glaubensbekenntnis sagt, bekennt er:<\/p>\n\n\n\n<p>ich glaube an Gott;<br>ich glaube an Christus;<br>ich glaube an die Kirche;<br>ich glaube an die Auferstehung;<br>ich glaube an das Gericht;<br>ich glaube an das ewige Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ohne es bereits zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Kultur, die vom Relativismus beherrscht wird, ist das christliche \u201eAmen\u201c ein Akt geistlichen Mutes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Frage: Wof\u00fcr leben wir?<\/p>\n\n\n\n<p>Der letzte Artikel des Glaubensbekenntnisses zwingt jeden Menschen, sich eine unbequeme, aber entscheidende Frage zu stellen:<\/p>\n\n\n\n<p>Lebe ich f\u00fcr die Ewigkeit oder nur f\u00fcr die Gegenwart?<\/p>\n\n\n\n<p>Viele leben:<\/p>\n\n\n\n<p>indem sie G\u00fcter anh\u00e4ufen, die sie zur\u00fccklassen werden;<br>indem sie verg\u00e4nglichen Ruhm suchen;<br>indem sie sich st\u00e4ndig mit Unterhaltung besch\u00e4ftigen;<br>indem sie die Stille meiden;<br>indem sie Gedanken an den Tod verdr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird jeder Mensch vor Gott stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heiligen besa\u00dfen gerade deshalb eine tiefe innere Freiheit, weil sie sich st\u00e4ndig an die Ewigkeit erinnerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet nicht, von Angst besessen zu leben.<br>Es bedeutet, auf das wahre Ziel hin zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Christliche Hoffnung angesichts der modernen Angst<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Zeit hat Angst:<\/p>\n\n\n\n<p>Angst vor dem Altern,<br>Angst vor dem Leiden,<br>Angst vor dem Sterben,<br>Angst vor der Leere.<\/p>\n\n\n\n<p>Der christliche Glaube beseitigt den Schmerz nicht auf magische Weise, aber er verwandelt radikal seinen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Christ wei\u00df:<\/p>\n\n\n\n<p>dass der Tod durch Christus besiegt wurde;<br>dass Leiden heiligen kann;<br>dass dieses Leben verg\u00e4nglich ist;<br>dass wahre Liebe bleibt;<br>dass es eine ewige Heimat gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum konnten M\u00e4rtyrer singend sterben.<br>Darum konnten Heilige Verfolgungen ertragen.<br>Darum begegneten so viele einfache Christen dem Tod mit \u00fcbernat\u00fcrlicher Gelassenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie glaubten wirklich an das ewige Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlussfolgerung: mit dem Blick auf den Himmel leben<\/p>\n\n\n\n<p>Der zw\u00f6lfte Artikel des Glaubensbekenntnisses ist keine nebens\u00e4chliche Idee. Er ist der gesamte Horizont der christlichen Existenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ganze Leben des Gl\u00e4ubigen ver\u00e4ndert sich, wenn er versteht:<\/p>\n\n\n\n<p>dass er f\u00fcr den Himmel geschaffen wurde;<br>dass jede Entscheidung ewiges Gewicht hat;<br>dass Christus die Tore des Heils ge\u00f6ffnet hat;<br>dass der Tod nicht das letzte Wort hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche verk\u00fcndet nicht nur moralische Werte oder psychologisches Wohlbefinden. Sie verk\u00fcndet eine unendliche Verhei\u00dfung:<\/p>\n\n\n\n<p>Gott will den Menschen zum ewigen Leben f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und deshalb kann der Christ am Ende des Glaubensbekenntnisses mit voller Hoffnung sagen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAmen.\u201c<br>So ist es.<br>So glaube ich.<br>Und auf diese Ewigkeit gehe ich zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gro\u00dfe Schicksal des Menschen: Himmel, H\u00f6lle und christliche Hoffnung Jeden Sonntag sprechen Millionen von Katholiken auf der ganzen Welt fast ohne innezuhalten einen kurzen und feierlichen Satz am Ende des Glaubensbekenntnisses: \u201eUnd das ewige Leben. Amen.\u201cEs sind nur wenige Worte. 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