{"id":4982,"date":"2026-02-17T11:13:35","date_gmt":"2026-02-17T10:13:35","guid":{"rendered":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/?p=4982"},"modified":"2026-02-17T11:13:35","modified_gmt":"2026-02-17T10:13:35","slug":"korinther-die-gespaltene-kirche-die-uns-lehrt-in-einheit-in-einer-zerbrochenen-welt-zu-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/korinther-die-gespaltene-kirche-die-uns-lehrt-in-einheit-in-einer-zerbrochenen-welt-zu-leben\/","title":{"rendered":"Korinther: Die gespaltene Kirche, die uns lehrt, in Einheit in einer zerbrochenen Welt zu leben"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur wenige Gemeinden im Neuen Testament \u00e4hneln unserer so sehr wie die von Korinth. Wenn wir heute unsere Pfarreien, unsere Familien, unsere inneren K\u00e4mpfe, unsere Skandale und Spaltungen betrachten\u2026 finden wir ein verbl\u00fcffendes Spiegelbild in den beiden Briefen, die die Erster Korintherbrief und der Zweiter Korintherbrief \u00fcberliefert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber schreibt der gro\u00dfe Apostel Heiliger Paulus nicht an eine perfekte Gemeinschaft. Er schreibt an echte Christen. Getauft. Mit Charismen beschenkt. Eifrig\u2026 aber auch von S\u00fcnde, Unreife und Spaltungen gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau deshalb ist Korinther heute relevanter denn je.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Korinth: Eine gl\u00e4nzende Stadt\u2026 und moralisch verwundet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die theologische Tiefe dieser Briefe zu verstehen, m\u00fcssen wir mit der Stadt beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korinth war eine der wichtigsten St\u00e4dte der griechisch-r\u00f6mischen Welt. Ein strategischer Hafen, ein Handelskreuzpunkt, ein kulturelles Zentrum. H\u00e4ndler, Philosophen, befreite Sklaven, Soldaten und Fremde lebten hier Seite an Seite. Die Stadt war wohlhabend, kosmopolitisch und zutiefst heidnisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sexuelle Unmoral war Teil ihrer kulturellen Identit\u00e4t. So sehr, dass \u201ewie ein Korinther leben\u201c in der Antike gleichbedeutend mit Ausschweifung war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Kontext gr\u00fcndet Paulus eine christliche Gemeinschaft (vgl. Apostelgeschichte 18). Eine junge, eifrige\u2026 aber fragile Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommt Ihnen das bekannt vor? Eine raffinierte, materialistische, sexualisierte Welt, stolz auf ihre \u201eFreiheit\u201c\u2026 und eine Kirche, die versucht, das Evangelium mitten in diesem Umfeld zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korinth ist keine ferne Geschichte. Es ist eine aktuelle Diagnose.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Spaltungen: Der geistliche Krebs, den Paulus anprangert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines der ersten Probleme, die Paulus anspricht, ist verheerend: die interne Spaltung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eJeder von euch sagt: Ich geh\u00f6re zu Paulus; ich aber zu Apollos; ich zu Kephas; ich aber zu Christus. Ist Christus etwa gespalten?\u201c (1 Kor 1,12-13)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier finden wir eine kirchliche Wunde, die bis heute offen ist: Polarisierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Korinth gab es \u201eFraktionen\u201c. Christen identifizierten sich mit bestimmten Leitern, Stilen oder Charismen. Ihre Identit\u00e4t war nicht Christus, sondern menschliche Zugeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Theologisch betrachtet ist das \u00e4u\u00dferst gravierend. Die Kirche ist kein ideologischer Club. Sie ist keine Vereinigung von Meinungen. Sie ist der Leib Christi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Zugeh\u00f6rigkeit auf menschlichen Vorlieben und nicht auf Gemeinschaft in der offenbarten Wahrheit basiert, zerbricht die Einheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuelle pastorale Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Identifiziere ich mich mehr mit einer Str\u00f6mung als mit der Kirche?<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00f6rdere ich Streit oder baue ich Gemeinschaft auf?<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcbersteigt meine N\u00e4chstenliebe meine Vorlieben?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus fordert keine Uniformit\u00e4t. Er ruft zur Einheit in der Wahrheit auf.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Moralischer Skandal und die Reinheit des Leibes Christi<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korinth litt auch unter schwerwiegenden moralischen Verfehlungen. Einer der schockierendsten F\u00e4lle war ein Mann, der mit der Frau seines Vaters lebte (1 Kor 5).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das Alarmierendste: die Gemeinde tolerierte dies.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist Paulus eindeutig. Aus pastoraler Sicht ist seine Position klar: Barmherzigkeit ist keine Komplizenschaft mit der S\u00fcnde. Die Kirche kann nicht normalisieren, was die Seele zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Achtung: Sein Ziel ist nicht Strafe, sondern Heilung. Kirchliche Disziplin hat eine heilende Funktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute leben wir in einer Kultur, die jede geschwisterliche Korrektur als \u201eUrteil\u201c bezeichnet. Paulus erinnert uns jedoch daran, dass Lieben auch Warnen bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkrete Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>S\u00fcnde nicht verharmlosen.<\/li>\n\n\n\n<li>Geschwisterliche Korrektur mit N\u00e4chstenliebe \u00fcben.<\/li>\n\n\n\n<li>Verstehen, dass Heiligkeit keine Option ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Der Leib ist nicht zur Unzucht: Eine revolution\u00e4re Anthropologie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Kultur, in der der K\u00f6rper als nebens\u00e4chlich oder rein materiell angesehen wurde, verk\u00fcndet Paulus eine tiefgreifende theologische Wahrheit:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eOder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?\u201c (1 Kor 6,19)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier finden wir eine der revolution\u00e4rsten Aussagen des Christentums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der K\u00f6rper ist nicht:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ein Objekt zum Konsum.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Werkzeug f\u00fcr Vergn\u00fcgen.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein beliebiges Instrument.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der K\u00f6rper ist ein Tempel. Und der Christ geh\u00f6rt nicht sich selbst: Er wurde teuer erkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Lehre bleibt in einer Welt, die absolute Autonomie verg\u00f6ttert, zutiefst gegenkulturell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Praktische Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Reinheit wahren.<\/li>\n\n\n\n<li>Die W\u00fcrde des eigenen K\u00f6rpers und des K\u00f6rpers anderer respektieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Sexualit\u00e4t als Berufung und nicht als Unterhaltung verstehen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Die Eucharistie: Eine feierliche Warnung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer der st\u00e4rksten Abschnitte der gesamten Schrift findet sich in Korinth:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWer das Brot isst oder den Kelch des Herrn unw\u00fcrdig trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein\u201c (1 Kor 11,27).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier spricht Paulus mit erstaunlicher theologischer Klarheit \u00fcber die Eucharistie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie ist kein Symbol. Sie ist kein psychologisches Erinnerungsbild. Sie ist der Leib und das Blut des Herrn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und in schwerer S\u00fcnde die Kommunion empfangen ist kein neutraler Akt: Es ist Sakrileg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus heutiger pastoraler Sicht ist dieser Text dringend. Die Verharmlosung der Kommunion, der Verlust des S\u00fcndengef\u00fchls und fehlende Gewissenserforschung haben unser eucharistisches Bewusstsein geschw\u00e4cht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkrete Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Regelm\u00e4\u00dfig zur Beichte gehen.<\/li>\n\n\n\n<li>Sich vor der Kommunion vorbereiten.<\/li>\n\n\n\n<li>Den Sinn der Anbetung wiederfinden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eucharistie ist kein automatisches Recht. Sie ist ein heiliges Geschenk.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Charismen: Vielfalt ohne Rivalit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korinth war voller Charismen: Zungenrede, Prophetie, Lehre. Aber das Problem war nicht der Mangel an Gaben\u2026 es war Stolz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus antwortet mit einer meisterhaften Lehre \u00fcber den mystischen Leib:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWenn ein Glied leidet, leiden alle mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle mit ihm\u201c (1 Kor 12,26).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Theologisch gesehen ist diese Lehre zentral: Die Kirche ist ein lebendiger Organismus, kein Sammelsurium individueller Talente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pastorale Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Verborgenen Dienst wertsch\u00e4tzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Berufungen nicht vergleichen.<\/li>\n\n\n\n<li>Verstehen, dass die Mission gemeinsam ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Charisma, das die Gemeinschaft nicht aufbaut, verliert seine Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Das Lied der Liebe: Das Herz von allem<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitten im Konflikt erhebt Paulus den Blick mit dem erhabensten Text \u00fcber christliche Liebe: Kapitel 13.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete und h\u00e4tte nicht die Liebe, w\u00e4re ich wie ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle\u2026\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht hier nicht um Sentimentalit\u00e4t. Es geht um theologische Liebe. Liebe, die das Wohl des anderen um Gottes Willen sucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer emotional intensiven, aber spirituell oberfl\u00e4chlichen Welt ist dieses Kapitel eine st\u00e4ndige Pr\u00fcfung des Gewissens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Liebe:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ist geduldig.<\/li>\n\n\n\n<li>Erhebt sich nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fchrt Buch \u00fcber das B\u00f6se nicht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">T\u00e4gliche praktische Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unsere Reaktionen pr\u00fcfen.<\/li>\n\n\n\n<li>Schnell vergeben.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus Liebe handeln, nicht aus Ego.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Liebe wird selbst Orthodoxie kalt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">8. Die Auferstehung: Grundlage der Hoffnung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Kapitel 15 konfrontiert Paulus eine aufkommende H\u00e4resie: Einige leugneten die Auferstehung der Toten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Antwort ist eindeutig:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWenn Christus nicht auferweckt ist, ist euer Glaube vergeblich\u201c (1 Kor 15,14).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier steht alles auf dem Spiel im Christentum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir glauben nicht an ein Symbol. Wir glauben nicht an eine Idee. Wir glauben an eine historische Tatsache: Christus ist auferstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn Er lebt, ist unser Kampf nicht sinnlos. Unser Leiden nicht vergeblich. Unsere Treue nicht naiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Existenzielle Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mit einem ewigen Horizont leben.<\/li>\n\n\n\n<li>Nicht in Verzweiflung \u00fcber Misserfolg fallen.<\/li>\n\n\n\n<li>Erinnere dich, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">9. Der Zweite Brief: Der verwundete Apostel, der uns das Leiden lehrt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zweiten Korintherbrief sehen wir das Herz des Hirten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus spricht von Verfolgungen, Missverst\u00e4ndnissen, Schw\u00e4chen. Und er spricht einen der tr\u00f6stlichsten S\u00e4tze der gesamten Schrift:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMeine Gnade gen\u00fcgt dir, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollbracht\u201c (2 Kor 12,9).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Theologisch ist dies eine spirituelle Revolution: Schw\u00e4che ist kein Hindernis f\u00fcr Gott, sie ist der Raum f\u00fcr g\u00f6ttliches Handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Kultur, die von Erfolg und Image besessen ist, ist diese Lehre befreiend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pastorale Anwendung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unsere Grenzen akzeptieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Leiden darbringen.<\/li>\n\n\n\n<li>Mehr auf die Gnade als auf die eigene Kraft vertrauen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">10. Warum Korinther ein Handbuch f\u00fcr das 21. Jahrhundert ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil es spricht \u00fcber:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Interne Spaltungen.<\/li>\n\n\n\n<li>Moralische Skandale.<\/li>\n\n\n\n<li>Doktrin\u00e4re Verwirrung.<\/li>\n\n\n\n<li>Geistlichen Stolz.<\/li>\n\n\n\n<li>Sakramentale Verharmlosung.<\/li>\n\n\n\n<li>Autorit\u00e4tskrisen.<\/li>\n\n\n\n<li>Apostolisches Leiden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und gleichzeitig verk\u00fcndet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Einheit in Christus.<\/li>\n\n\n\n<li>Konkrete Heiligkeit.<\/li>\n\n\n\n<li>Eucharistische Zentralit\u00e4t.<\/li>\n\n\n\n<li>Liebe als oberstes Kriterium.<\/li>\n\n\n\n<li>Hoffnung auf die Auferstehung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korinther idealisieren die Kirche nicht. Sie reinigen sie.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussfolgerung: Die unvollkommene Kirche, die Christus heiligt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Briefe an die Korinther uns etwas lehren, dann dies:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche war schon immer menschlich und g\u00f6ttlich. Sie hatte immer S\u00fcnder\u2026 und sie hatte immer Heilige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und Christus verl\u00e4sst seine Braut nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute, wie gestern, sagt uns der Herr:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Teilt euch nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Verharmlost die S\u00fcnde nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Trivialisier die Eucharistie nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Verliere die Hoffnung nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Liebe mit wahrer N\u00e4chstenliebe.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Korinther ist kein Brief, um mit dem Finger auf andere zu zeigen. Es ist ein Brief zur Selbstpr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn tief im Inneren sind wir alle ein wenig Korinther.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wir sind alle dazu berufen, Heilige zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur wenige Gemeinden im Neuen Testament \u00e4hneln unserer so sehr wie die von Korinth. Wenn wir heute unsere Pfarreien, unsere Familien, unsere inneren K\u00e4mpfe, unsere Skandale und Spaltungen betrachten\u2026 finden wir ein verbl\u00fcffendes Spiegelbild in den beiden Briefen, die die Erster Korintherbrief und der Zweiter Korintherbrief \u00fcberliefert haben. Dar\u00fcber schreibt der gro\u00dfe Apostel Heiliger Paulus &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4983,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":0,"_seopress_analysis_target_kw":"","footnotes":""},"categories":[45,37],"tags":[1826],"class_list":["post-4982","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","","category-heilige-schrift","category-lehre-und-glaube","tag-korinther"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4982"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4982\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4984,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4982\/revisions\/4984"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/catholicus.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}